Spital, Geburtshaus oder doch Hausgeburt?

Vorweg sei gesagt, dass ich in diesem Text nur meine Gedanken niederschreibe. Ich hab weder einen ärztlichen Hintergrund noch bin ich aktuell in einer speziellen Situation (abgesehen von der Schwangerschaft). Der Text spiegelt also nur meine Meinung und Gedanken und soll nicht wertend sein. Ich hab im übrigen nun lange studiert, ob ich diesen Text veröffentlichen soll oder nicht… Die Auflistung der Gründe ist doch sehr persönlich… also bitte seit lieb zu mir…

Spital

Das Wanderindli kam in einem Spital zu Welt wie wohl die meisten Kinder. Mir war allerdings da schon wichtig, das möglichst wenig in den Geburtsverlauf eingegriffen wurde.

Vorteile (meiner Meinung nach):

Man hat Ärzte im Haus, alle medizinischen Möglichkeiten vorhanden sind und fast alle Wünsche erfüllbar sind.

Nachteile:

Die Chance das Ärzte im Raum sind (nichts gegen Ärzte… es braucht sie… aber bei einer komplikationslosen Geburt sehe ich nicht, welche Aufgabe sie haben sollen)..

Es werden schneller Kaiserschnitte gemacht, als eventuell nötig (ob aus ärztlicher Sicht oder weil man einfach nicht kann). Die Geschwisterkinder müssen versorgt werden, da im Spital niemand Zeit hat und es auch nicht die tollen Spielecken gibt. Auch zu den Männern wird weniger geschaut. Das auspulsieren der Nabelschnur sollte schon besprochen sein (war mein Wunsch beim Wanderindli).

Hach… ich hätte da für mich noch ein paar Punkte die nicht jeder nachvollziehen kann… deswegen las ich das nun 😉

Geburtshaus

Daran dachte ich in der Schwangerschaft mit dem Wanderindli leider nicht. Dieses währe wohl auch da schon in Frage gekommen.

Vorteile:

Das ganze ist familiärer als das Spital. Es hat weniger Wöchnerinnen. Auch passt das ganze viel mehr zu meinem Grundgedanken das möglichst wenig in die Geburt eingegriffen werden soll (natürlich wirklich nur solange, wie es keinen Grund gibt. Ich möchte das echt wieder betonen). Ein weiterer Faktor ist, dass die ganze Familie gesehen wird. Also der Mann nicht 100% zu sich selbst schauen soll und als wichtiger Teil der Geburt angesehen wird. Das Wochenbett bietet hier die Möglichkeit dass das Wanderindli zur Not beim mir schlafen könnte ohne Aufpreis (Familienzimmer gibt es ja mittlerweile in einigen Spitälern als Möglichkeit.)

Nachteile:

Ja, auch wenn ihr merkt, das ich bei den positiven Aufzählungen fürs Geburtshaus weiter machen könnte gibt es auch negative Punkte. Dazu gehört, dass man bei Komplikationen in ein Spital verlegt werden muss. Oft ist ein weiterer Nachteil dass der Anfahrtsweg ja nach Wohnlage etwas weiter ist (bei uns sind es 30 min… ins nächste Spital 15-20 min…). Oft darf man nicht in ein Geburtshaus, wenn vorgängig ein Kaiserschnitt gemacht wurde (diese Info kann ich nicht aus eigener Erfahrung bestätigen… hab es aber schon mehrmals gehört das ein vorgegangener Kaiserschnitt beim Thema Spontangeburt eher zu Abklärungsgesprächen führt)

Hausgeburt

Das Thema Hausgeburt ist bei mir irgendwie immer etwas anwesend. Bei Wanderindli konnte sich das Paparinchen dies überhaut nicht vorstellen… nach der Geburt war es nun gar nicht mehr sooo abwegig (wenn man vom ersten kleinen Rückenzieppen bis zum ersten Schrei rechnet ging diese Geburt ja «nur» 4h und 15 min wovon ich knapp 1h und 15 min im Spital war).

Vorteile:

Man ist in den vertrauten Räumlichkeiten. Muss mit Wehen nicht noch in ein Auto sitzen. Der Eingriff in den Geburtsvorgang wird sicher eher klein sein. Man muss nichts packen/man kann also im Geburtskoffer nichts vergessen da man ja eh alles zuhause hat.

Nachteil:

Je nach dem ist man halt noch alleine (wenn es zuuu schnell geht und die Hebamme noch nicht da ist). Mit Kindern kann eventuell die Ruhe nicht so gewährt sein. Wassergeburten brauchen einige Abklärungen (so ein Pool gefüllt mit Wasser hat ja doch ein schönes Gewicht… von daher kann man den Zuhause nicht einfach aufstellen). Es gibt keine Besuchszeiten (nicht das ich mich nicht über Besuch freue… aber so ein bisschen Ruche nach der Geburt schaadet glaub ich nicht;) ) .

 

So, nun wollt ihr sicher wissen, wo ich gerne unser Bauchhopsi zur Welt bringe. Vorweg, in erster Linie soll alles gut kommen.

Mein Wunsch ist es ins Geburtshaus zu dürfen. Da spielen natürlich viele Faktoren mit. Mein Vorteil ist es, dass das Wanderindli eine Spontangeburt ohne Komplikation war, ich in der ersten Schwangerschaft keinen Zucker hatte und das Wanderindli trotz seines Gewichts (über 4 KG) gut durchrutschte. (Zuckertest hab ich dieses Mal zum Glück auch wieder bestanden und bin so froh darüber)

Meine Gründe dafür sind nicht für alle nachvollziehbar, da ich einen längeren Anfahrtsweg in Kauf nehme. ABER, es hat da keine Ärzte sondern nur Hebammen, niemand wird mich wegen einer PDA fragen (meine ganz persönliche Horrorvorstellung… selbst meine Venen-Op, die sonst mit PDAs gemacht wird, hab ich unter Vollnarkose machen lassen… ), eine sehr kleine Dammschnittrate und ja, das Wochenbett war sehr ausschlaggebend. Wenn das Wanderindli nicht ohne Mama kann, darf es jederzeit zu mir und dem Baby kommen und es hat Platz für ihn. Da es «nur» 7 Zimmer hat ist es per se schon ruhiger als in einem Spital. Und zu guter Letzt das Thema stillen… ich hoffe ja sehr das es dieses mal klappt. Da ich da im Spital nicht mal eine Stillberatung zugewiesen bekam obwohl wir offensichtlich Probleme hatten. Diese hoff ich nun umgehen zu können.

So, ich hoffe mit diesem Text niemandem zu Nahe getreten zu sein. Und egal wie unsere Kinder aus welchen persönliche oder gesundheitlichen Gründen auch immer wie zur Welt kommen… Hautsache es geht gut und für euch und eure Familie stimmt es. Alles andere ist doch Nebensache oder? Und wer nun den Drang verspürt mir seine Gründe, seine Geschichte oder so zu erzählen… nur zu. Ich find es immer spannend.

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