Eins zwei drei… Nuggifrei

Dass wir das so vor der Geburt vom Bauchhopsi so sagen können, hätte ich echt nicht erwartet… Bis vor kurzem meinte das Wanderindli immer, dass es dann den Nuggi hergibt wenn sein Geschwisterchen da ist. Naja… nun aber wie es dazu kam…

Zuerst einmal… das Wanderindli hat als Baby nie einen Nuggi genommen… Erst nachdem wir wegen der Schreianfälle in der Nacht mit der Homöopathin einen Weg zu weniger langen Schreiphasen suchten nahm er einen Nuggi… Für uns sehr überraschend, aber doch nebst der Eröffnung des Familienbettes die Erlösung.

So war das Wanderindli ab dem 6. Lebensmonat also ein Nuggikind und mutierte auch schnell zum Nuggijunkie… Was mir dann aufgefallen ist, dass die Gesellschaft dieses Verhalten bis zum 2. Geburtstag, oder zumindest bis die Kinder anfangen zu sprechen, gut finden… Sobald sie reden, kommen so Aussagen wie «nimm den Nuggi raus ich versteh dich nicht» (ging mir ja auch so) oder «bist du nicht langsam zu gross für einen Nuggi?»… Naja, ab wann ist ein Kind zu gross für einen Nuggi? Wir als Eltern sind ja selbst Schuld wenn wir einen Nuggi geben… wir gewöhnen die Kinder daran…

Ich bin im Übrigen der Meinung, einem Kind etwas einfach weg zu nehmen, dass ich ihm gegeben/antrainiert habe, ist falsch. Klar, so ganz von alleine auf die Idee einen Nuggi wieder her zu geben, kommt wohl selten ein Kind. Was mir aber das Wanderindli in den letzten Wochen herrlich zeigte ist, dass mit reden, erklären und besprechen durchaus auch etwas zu erreichen ist. Zwar mit mehr Geduld… aber sicher weniger Stress, Nerven und Tränen.

Nun, der Moment bei uns war eines Abends beim Einschlafen gekommen. Er mag kaputte Nuggis nicht. Ich mag vor allem nicht, wenn der Schlafnuggi Löcher hat. Beim Einschlafen passierte es eigentlich selten, dass er diese verbiss… eher durch den Tag. Aber an diesem Abend ging der Schlafnuggi kaputt. Da ich dies nicht mochte und er ja auch nicht, nahm ich ihn zu mir mit der Abmachung, ihn auf das Nachttischchen zu legen. Einen neuen hatte ich gerade nicht griffbereit. Seine Aussage «Mami, ich kann ohne glaub nicht einschlafen» und zwei Tränchen später schlief er… ohne Nuggi… aber dafür Händchenhaltend mit mir.

Am nächsten Morgen fragte er nochmals nach dem Nuggi, nahm in kurz vom Nachttischchen in den Mund und spukte ihn mit der Aussage «Bäh der ist ja kaputt» wieder aus. Das war das letzte Mal, dass er nun seit 2 Wochen einen Nuggi im Mund hatte. Was ebenfalls positiv wirkte war, dass das Wanderindli eher etwas suchfaul ist und das Paparinchen auch die offensichtlichen Dinge manchmal nicht sieht. So fanden die beiden am nächsten Abend beim Einschlafen den Nuggi nicht und da dieser trotz Hilfe nicht da war konnte das Wanderindli es auch dieses Mal gut akzeptieren.

Im Übrigen… nein… wir hab noch nicht alle Nuggis eingesammelt und weggeräumt. Er ignoriert sie jetzt seit zwei Wochen. Spielt sogar mit ihnen ohne sie in den Mund zu nehmen. Diese Situation zeigt mir, dass es sich gelohnt hat zu warten… nicht zu zwingen.

Im Vorfeld haben wir ihn im Übrigen mit Vielem versucht ihn dazu zu animieren. Wir besuchten zum Beispiel den Nuggibaum. Mit einem Lachanfall… Er stand darunter und wollte sich den Schönsten aussuchen. Auch die weitverbreitete Nuggifee die ein Geschenk bringt klappte nicht. Auch diese Diskussion endete mit einem Lachanfall. Ich bekam auf die Frage was er sich den von der Nuggifee wünschen würde die Antwort: «Kann sie mir einen neuen Nuggi bringen?». Weggenommen haben wir ihm den Nuggi übrigens nie während den Diskussionen.

Ich bin so stolz, dass es ohne all das geklappt hat. Und dass er uns wieder einmal gezeigt hat, dass Druck, Zwang und Co. nichts bringt.

Wie seht ihr das so? Hatten eure Kinder Nuggis?

 

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